der garten
öffentlich denken, langsam wachsen
Ich lerne am besten, indem ich meine gedanken ausspreche oder aufschreibe. Durch das verschriftlichen entdecke ich gedankensprünge, die mir sonst verborgen bleiben, und ich ertappe mich viel schneller dabei, dass ich hypothesen wie fakten behandle oder vorannahmen wie wahrheiten.
Ich habe schon immer gern mit der hand geschrieben: in notizbücher mit bleistift und füllfederhalter (von denen ich dutzende besitze). Hier tue ich dasselbe öffentlich: weil ich hoffe, andere zu einem eigenen digitalen (oder papiernen) garten zu inspirieren11ja, auch dich..
Und weil ich zudem dadurch lerne, dass ich anderen beim denken (und nachdenken) zuhöre. Ich mag es den mäanderndem gedanken anderer zu folgen und irgendwo zu landen, wo ich selbst nicht oder jedenfalls nicht auf diesem wege gelandet wäre. Ist es nicht faszinierend, wie jemand anderes dieselbe situation anders erleben kann, nur weil er informationen anders gewichtet und folglich anders in das eigene erleben einbaut – und damit zu anderen schlussfolgerungen kommt?
Meine hoffnung ist nicht nur, dass wir alle grundsätzlich mehr verständnis füreinander entwickeln, wenn wir feststellen, dass wir selbst unter anderen umständen zu anderen schlussfolgerungen kommen könnten, sondern auch, dass wir neue, andere denkstrukturen für uns selbst lernen. Mehr wa(h)le sind ja bekanntlich besser als weniger wahlmöglichkeiten.
Wer auch immer hier meinen gedanken folgt, wird mit großer wahrscheinlichkeit eine andere sichtweise, andere informationen zur verfügung haben oder sie anders gewichten. Das ist der sinn des ganzen. Jede neue art zu denken hilft. Nicht weil diese andere perspektive besser ist – sondern allein deshalb, weil sie anders ist.
mehr über mich als coach, trainerin und mediatorin findest du auf sandra-hergert.de
wie ein gedanke hier wächst
Jeder text trägt ein kleines zeichen seiner entwicklung — so siehst du auf einen blick, wie weit ich mit diesem gedankengang bereits gekommen bin:
- seedling — frisch eingepflanzt, quasi ganz neu – unklar ist, ob jemals aus ihm eine pflanze werden wird oder ob er aus ermangelung meines interesses nicht weiterwächst22jedenfalls nicht jetzt weiterwächst. Meist enthält ein seedling schon fragen, die sich mir zum zeitpunkt des “einpflanzens” gestellt habe – und grundsätzlich weiterverfolgen will.
- develop — einige fragen sind beantwortet oder ich habe verbindungen zu anderen notizen gefunden. Diese kannst du unschwer an den enthaltenen links erkennen33und ihnen mit einem klick folgen, wenn du magst
- tidy — geordnet und lesbar; der gedanke kann nun für sich allein stehen.
- evergreen — eine idee, die ich durchdacht habe und soweit bearbeitet wie ich es interessant finde. Für mich gibt es in diesem stadium nicht mehr viel neues zu entdecken. Der ursprünglich neue gedanke ist abgeschlossen.
notiz vs. essay
Eine notiz ist nichts anderes als ein gedanke oder eine idee, die ich verfolge — über die ich mehr herausfinden möchte. Ein essay ist dagegen ein längerer artikel, anders als bei einer einfachen notiz44gleichgültig wie lange ich mich mit ihr beschäftigt habe, enthält ein essay eine meinung, die ich, während ich mich mit dem thema beschäftigt habe, entwickelt habe. Meine meinung – natürlich.