kollaboration
der kollaborateur – sprache als gemeinsamer werkraum
Eigentlich (da ist es schon wieder – dieses Wort) möchte ich diesen werk- und denkraum im deutschen befüllen. Eine echte ausnahme haben wir schon in url und als titel, in ermangelung einer passenden deutschen übersetzung mit ähnlicher konnotation.
Das wort collaboration oder kollaboration ist schwieriger: Im deutschen hat es für mich eine unsaubere schwingung, die mir nicht passt. Der kollaborateur ist eindeutig negativ belegt, eine stimmung, die ich keinesfalls mitnehmen will11und an anderer stelle noch einmal untersucht werden kann.
Ich habe mich dennoch und gerade deswegen entschieden, die schwingung aufzunehmen und durch die englische variante weicher zu machen. Mich interessiert insgesamt wie sprache unseren kontext formt. das ist wichtig für alle, die mit anderen menschen arbeiten, zusammenleben, erziehen oder sich selbst entwickeln wollen.
Sprache und wörter können etwas, das argumente nicht können: subtil unsere stimmung beeinflussen. Wenn wir gemeinsam22damit meine ich ausdrücklich auch gemeinsam mit dir – wenn du mit sprichst (aka denkst), tust du das so hilfreich wie du mit einem schüler sprechen würdest oder eher wie der größte feind, der dich demotivieren will? an etwas arbeiten, entscheidet die sprache über den kontext. Wir tun also gut daran, darüber nachzudenken wie wir etwas sagen. Damit meine ich in diesem Fall nicht deine tonalität, obwohl sie zweifelsohne eine große rolle spielt. Ich meine die wörter, die du verwendest.
Ich habe zum beispiel festgestellt, dass ich meinem eigenen rat oder einer anweisung an mich viel leichter folge, wenn ich mich direkt anspreche. Das tut zweierlei
- bin ich großzügiger mit mir als schülerin
- höre ich besser hin – und folge mir selbst motivierter
Hier hängen für mich noch eine menge fragen, die ich tiefer elaborieren möchte:
- Wie sprache meine welt verändert
- Wie lerne ich am besten?
- Wie sprache meine emotionen beeinflusst
- Kann ich meine emotionen durch die wahl meiner sprache verändern?
- Wie entsteht meine identität? Kann meine identität sich wandeln (wenn ja wie weit)?
Zusammenarbeit beginnt beim kontext.
Wer mit-denken lässt, muss mit-teilen: was ich will und warum, und wo die schwierigkeiten liegen, die ich gerade sehe33anderenfalls können wir kein mit-denken verlangen..
Inwieweit gilt das für die ki? Eine mit-arbeiterin ist keine befehlsempfängerin – ich muss genügend informationen geben, damit sie widersprechen kann.
Und eine ganz entscheidende überlegung für die ich noch nicht einmal eine hilfreiche frage gefunden habe: Ich bin überzeugt – im Sinne von: ich weiß, dass niemand die probleme dieser welt im alleingang lösen kann. Warum zum teufel arbeiten wir nicht miteinander, sondern so häufig gegeneinander, ==obwohl für mich nichts unlogischer sein könnte.==
Siehe auch sensemaking und slow-agentic.
gepflanzt vor einer woche · zuletzt gepflegt vor 5 tagen